Geschichte

Im Jahre 1907 in einer Kundmachung des K.K. Statthalters im Erzherzogtums Österreich unter der Enns hieß es: „Nach §29 Feuerpolizeiordnung Landesgesetz vom 1.6.1870 muss in jeder geschlossenen Ortschaft von wenigstens 50 Häusern eine vollkommen brauchbare, mit den nötigen Schläuchen, Zubehör und sonstigen ausgerüstete Fahrspritze nebst Wasserwagen samt Bottiche, ferner Handspritzen vorhanden sein.“

Im Jahre 1913 – Steinbach war mittlerweile auf 90 Häuser angewachsen – wurde von einigen Männern aus dem Ort erkannt, dass man aus Sicherheitsgründen einen Feuerwehrverein ins Leben rufen sollte. Besonders die Bauern waren aus verständlichen Gründen sehr daran interessiert. Doch als diese Idee dem Gemeinderat unter Bürgermeister Pfeifer vorgebracht wurde, stieß man auf Ablehnung. Grund für die Ablehnung war das liebe Geld; Zitat: „Wenn wir eine Feuerwehr gründen, müsste die Gemeinde finanziell zu Grunde gehen.“ Es ist Herrn Oberlehrer Christian Zimmermann, Ehrenbürger von Steinbach und selbst Mitglied im Gemeinderat, zu verdanken, dass er es schaffte, den Gemeinderat von der Wichtigkeit und Notwendigkeit einer Feuerwehr zu überzeugen. Der Gemeinderat stimmte zu, jedoch ohne sich finanziell zu beteiligen. Im März 1913 erfolgte die Gründungsversammlung der FF, mit der Wahl des Kommandanten und des Stellvertreters.

Christian Zimmermann
1. Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr Steinbach

Nun gingen die Kameraden daran, sich die nötige Ausrüstung zu beschaffen, da sich die Gemeinde in Geldangelegenheiten taub stellte, fanden sie andere Wege. So wurde das Grundstück zum Bau des Zeughauses von Herrn Franz Krupik (Gastwirt) gespendet. Das Bauholz gaben die Bauern unentgeltlich ab und stellten die benötigten Fuhrwerke ebenso kostenlos bei. Das Baumaterial kam durch Sammlungen im Ort selbst zusammen. Dieses Zusammenhalten ermöglichte den Bau des Zeughauses.

1914 – Vor Beginn des 1. Weltkrieges kauften sich die Kameraden selbst ihre Uniformblusen und Kappen, um ordentlich adjustiert und geschützt zu sein. Gleichzeitig ermöglicht die Uniform auch, sich bei Bränden die nötige Autorität zu verschaffen, denn Schaulustige gab es auch schon zu diesen Zeiten.

Zur besseren Brandbekämpfung beschloss man ebenfalls im selben Jahr die Anschaffung einer Handdruckspritze. Die Kostenfrage wurde gelöst, indem die Kameraden sich von der BH Gmünd die Genehmigung einholten, im ganzen Bezirk eine Haussammlung veranstalten zu dürfen.

1920 – Es wurden Helme, Pickel und Leitern von der Freiwilligen Feuerwehr Gmünd gekauft.

1926 stiftete der im Ort geborene und an der Schule wirkende Philanthrop und Heimatforscher Oberlehrer Karl Zimmel der Feuerwehr eine Fahne, welche im selben Jahr noch geweiht wurde.

Um die Schlagkraft der Feuerwehr zu erhöhen wurde 1927 an die Anschaffung einer Motorspritze gedacht.

In den frühen 30er Jahren wurde von der Firma Stötzle ein Jagdwagen erworben und zu einem Mannschaftswagen umgebaut. Sonst fand kein weiterer Aufbau der FF statt, da die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen es unmöglich machten.

1938 erfolgte der Anschluss ans Großdeutsche Reich. Damit kam es zu einschneidenden Veränderungen im österreichischen Freiwilligen Feuerwehrwesen.

Gemalte Postkarte von 1942

1945 marschierte die Rote Armee in Steinbach, mit allen kriegsbedingten Folgen. Der Mannschaftswagen wurde requiriert, die Fahne für Regimentsfahne gehalten; alle Versuche von Herrn Franz Ableidinger, mit Hilfe eines kleinen Feuers, das er wieder löschte, diesen Irrtum aufzuklären, waren vergeblich. Die Fahne wurde von Russinnen zu Schürze und Putzlappen verarbeitet.

1950 wählten die Kameraden ein neues Kommando: Kommandant Herr Franz Vogler, Stellvertreter Herr Rupert Schneider. Weiters wurde das Feuerwehrhaus renoviert und neu ausgemalt.

1958 wurde beschlossen ein neues Einsatzfahrzeug anzuschaffen, da der Vorgänger mehr Zeit in der Werkstadt verbrachte als im Einsatz. Dieses neue Löschfahrzeug ein Opel Blitz mit Vorbaupumpe wurde 1959 geliefert und geweiht.

1961 – Schläuche und Overalls wurden gekauft. In diesem Jahr nahm die FF-Steinbach in zwei Gruppen an den Landeswettkämpfen in Waidhofen an der Thaya teil.

1963 – Das 50-jährige Jubiläum der FF-Steinbach wurde gefeiert.

Foto von 1964

1965 wählten die Kameraden Herrn Leopold Kaufmann zum Kommandanten, Stellvertreter wurde Herr Josef Schattauer jun. Weiters wurden in diesem Jahr neue qualitativ bessere Uniformen gekauft.

1970 wurde ein neues Tanklöschfahrzeug erworben. Daher musste auch wegen Platzmangels das Feuerwehrhaus ausgebaut werden.

1976 wurden der Kommandant Herr Josef Schattauer und der Stellvertreter Herr Ewald Nowak in ihren Funktionen bestätigt.

1984 erfolgte eine Neufestlegung des Ortsschutzes in der Gemeinde. Der neue Bereich umfasst Steinbach, Neu Nagelberg und Altnagelberg bis zu Schwelle.

1990 mussten wieder Neuwahlen abgehalten werden, da Herr Ewald Nowak sein Amt zurücklegte. Die Neuwahlen ergaben: Kommandant Herr Flicker Karl und Stellvertreter Herr Johann Zwölfer. Weiters wurde das Tanklöschfahrzeug (TLF) 2000 gekauft. Auf Grund der Größe des neuen TLF 2000 musste das Tor des Feuerwehrhauses umgebaut werden. Das alte Kipptor wurde durch ein Flügeltor ersetzt. Beim Fest wurde das TLF geweiht. Patin wurde Frau Renate Krupik, Gastwirtin aus Steinbach.